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«Ich will auch, was alle anderen haben!»

„Der Neid der Menschen zeigt an, wie unglücklich sie sich fühlen, und ihre beständige Aufmerksamkeit auf fremdes Tun und Lassen, wie sehr sie sich langweilen.“ Arthur Schopenhauer «Der Neidische wird ärmer, wenn er andere reicher werden sieht.» Friedrich Hebbel


In unserer christlichen Kultur ist Neid eine der sieben Todsünden, und jeder, der schon mal von Neid geplagt wurde, weiss, wie nagend das Gefühl sein kann. Nicht umsonst heisst es in Grossbritannien: „Der Neid ist sein eigener Folterknecht.“ Da ist man um jedes Ventil froh, das diesen Druck abbaut. Hier bieten Betrüger sich gerne an, diese „Ungerechtigkeit“ auszugleichen und das natürlich zum eigenen Nutzen.

Der Esel und die Ziege

Ein Bauer hatte einen Esel und eine Ziege. Weil nun der Esel sehr viel arbeiten und grosse Lasten tragen musste, erhielt er ein reichlicheres und besseres Futter als die Ziege.
Diese beneidete den Esel, und um ihn um die bessere Kost zu bringen, oder doch wenigstens ihm Schläge einzutragen, sprach sie eines Tages zu ihm:
"Höre, lieber Freund! Oft schon habe ich dich von Herzen bedauert, dass du Tag für Tag die schwersten Lasten tragen und vom Morgen bis zum Abend arbeiten musst; ich möchte dir wohl einen guten Rat geben."
"Warum nicht?" sagte der Esel, "ich bitte dich sogar darum!"
"Nun, so höre: Wenn du an eine Grube kommst, so stürze dich hinein, stelle dich verletzt, und dann wirst du längere Zeit Ruhe haben und nichts arbeiten dürfen."
Dem Esel schien dies ein ganz guter Vorschlag, und kaum war er anderntags mit einer Last bei einer Grube angekommen, als er auch schon den Rat befolgte. Wie aus Zufall trat er fehl und stürzte hinein. Aber das hatte er sich nicht gedacht! Halb tot lag er da und dass er sich nicht ein Bein gebrochen hatte, war ein Glück. Ganz geschunden wurde er herausgeholt und konnte sich kaum nach Hause schleppen.
Sein Herr hatte nichts Eiligeres zu tun, als zu einem Vieharzt zu schicken, der dann verordnete: der Kranke solle eine frische, pulverisierte Ziegenlunge einnehmen.
Da dem Herrn der Esel mehr wert war als die Ziege, so liess er diese sofort schlachten, um den Esel zu retten.
So büsste die Ziege für ihren bösen Rat mit dem Leben.

Die Folgen des Neides gereichen nicht selten dem Neider selbst zum Verderben. (Aesop)


Die Eule rät

«Der Neid auf das Glück des anderen macht uns blind für das eigene Glück.» Unbekannt

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