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Sexuelle Übergriffe via Internet

Gefahr sexuelle Übergriffe
Die sogenannte Sozialen Netzwerke oder Communities wie Netlog, Myspace oder Meinbild sind bei den Jugendlichen sehr beliebt und lösen die Chatangebote mehr und mehr ab. Diese Plattformen bieten neben Chatmöglichkeiten eine breite Palette an Angeboten, mittels derer sich junge Menschen vernetzen und selber darstellen können.


Jugendliche chatten und flirten miteinander, zeigen sich in ihren Profilen mit Fotos und Filmen, bilden Interessengruppen und suchen nach neuen Freunden und Freundinnen. Diese neuen Freizeitbeschäftigungen bergen aber auch Gefahren, auf die wir die Kinder und Jugendlichen aufmerksam machen müssen. Wir müssen ihnen vor allem zeigen, wie sie diese Gefahren meiden und sich dagegen wehren können.
Eine Gefahr stellen Menschen dar, die sich in krimineller sexueller Absicht auf die Suche nach Kindern und Jugendlichen in diesen Netzwerken machen, um diese sexuell auszubeuten. Da man im Internet kaum je genau weiss, mit wem man es zu tun hat, sollten Jugendliche bei neuen Bekanntschaften über Internet vorsichtig sein und sich gewisse Vorsichtsmassnahmen aneignen, die wir Ihnen im Folgenden mitgeben möchten.
1. Vorbeugen
-    Informieren Sie sich über die Aktivitäten Ihres Kindes im Internet.
Informieren Sie sich über die Communities, welche Ihr Kind nutzt: Erstellen Sie selber ein Profil, erkunden Sie die technischen Möglichkeiten zur Verbesserung der Privatsphäre. Unter den Menupunkten «Extras» oder «Einstellungen» finden Sie in der Regel technische Möglichkeiten, wie die Einsehbarkeit in die eigenen Daten geschützt werden kann. Nehmen Sie mit den Betreibern Kontakt auf, wenn Sie Fragen haben bezüglich der Einstellungen der Privatsphäre. Das eigene Nutzerprofil sollte nur persönlich bekannten Freunden zugänglich gemacht werden.
Lassen Sie sich von Ihrem Kind erklären, wie man in den Communities kommuniziert und mit wem es Kontakte pflegt. Bauen Sie ein vertrauensvolles Verhältnis zu Ihrem Kind auf, so dass es Ihnen auch über unangenehme Vorfälle berichtet.

-    Diskutieren Sie mit Ihrem Kind über das Profil, das es erstellt hat.
Sprechen Sie mit Ihrem Kind über sein Profil in der Community. Diskutieren Sie über ungeeignete Einträge (Name, Adresse, Telefon, Alter, peinliche oder offenherzige Fotos und Videos) und darüber, dass solche Einträge von unbefugten Dritten missbraucht werden können.
Machen Sie Ihrem Kind klar, dass manche Menschen ihre wahre Identität hinter falschen Angaben verstecken. Hinter einem vorgetäuschten Profil kann jemand ganz anderes stecken.

-    Vorsicht beim Wunsch nach einem Treffen mit einer Internetbekanntschaft.
Verbieten Sie Ihrem Kind unter 16 Jahren, sich ohne Ihre Begleitung mit nicht persönlich bekannten Kontakten aus dem Internet zu treffen. 
Mit Jugendlichen über 16 Jahren sollten Sie die Gefahren, die von einer Internetbekanntschaft ausgehen, diskutieren und Ihrem Kind klare Regeln mit auf dem Weg geben. Die Regeln und Verhaltensanweisungen für Treffen mit Internetbekanntschaften finden Sie am Schluss dieses Dokuments.

-    Lassen Sie sich beraten.
Nehmen Sie mit den Betreibern der Community Kontakt auf, wenn Sie konkrete Fragen haben oder Missbräuche (sexuelle Belästigung, Mobbing, ungeeignete Inhalte) melden möchten.
Nutzen Sie die Angebote der «Offenen Jugendarbeit» (siehe unten, weiterführende Information), die für Eltern und für Jugendliche teilweise auch Kurse zur Nutzung von «Social Networks» anbieten.
2. Wenn Ihr Kind Opfer eines sexuellen Übergriffs geworden ist
Wenn Ihr Kind einen sexuellen Übergriff erlebt hat, nehmen Sie unverzüglich mit der Opferberatungsstelle in Ihrem Kanton Kontakt auf, die Adressen finden Sie am Schluss des Dokuments und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
3. Bieten Sie auch anderen Ihre Hilfe an
Wenn Ihr Kind oder auch Sie selbst von Übergriffen auf andere Kinder und Jugendliche erfahren, bieten Sie Ihre Unterstützung an. Zeigen Sie ihnen, wo sie sich informieren können, wo sie Hilfe finden und wie sie sich in Zukunft besser schützen können.
4. Weiterführende Informationen und Beratungsstellen
-    Weiterführende Informationen zu sexuellen Übergriffen an Kindern und Jugendlichen finden Sie unter folgenden Links:
www.stopp-kinderpornografie.ch
www.schau-hin.ch
www.kinderschutz.ch
-    Der Dachverband „Offene Jugendarbeit“ der Schweiz, siehe www.doj.ch, bietet alle Adressen der Netzwerke in den Kantonen an.
-    Die Adressen aller anerkannten Opferhilfeorganisationen finden Sie unter: www.sodk.ch

Tipps an Ihre jugendlichen Kinder für ein Treffen mit einer Internetbekanntschaft :
Kinder und Jugendliche wollen in den sozialen Netzwerken und in den Chats auch neue Menschen kennenlernen und diese unter Umständen auch im realen Leben treffen. Diese Treffen bergen immer ein Risiko, da nie sicher ist, wer sich wirklich hinter einer dieser Internetbekanntschaft verbirgt.
Aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen als Erziehungsberechtigte, Ihren Kindern unter 16 Jahren ein Treffen mit einer Person, die nur aus dem Internet bekannt ist, zu verbieten.
Pubertierende Jugendliche hinterfragen aber Regeln der Erwachsenen, wollen sich bewusst vom Elternhaus absetzen und versuchen auch mal Grenzen zu überschreiten und Verbotenes auszuprobieren. Solches Risikoverhalten und ein gewisser Ungehorsam gehört zu dieser Altersphase. Sie als Eltern dürfen und müssen aber dennoch Grenzen setzen, auf Gefahren hinweisen und eine gewisse Kontrolle ausüben.
Deshalb ist es bei pubertierenden Jugendlichen oft sinnvoller, mit geeigneten Tipps und Verhaltensanweisungen das Risiko so gering wie möglich zu halten als ein Verbot auszusprechen. Im Folgenden finden Sie Tipps, die Sie Ihren Jugendlichen mitgeben sollten, falls diese eine Internetbekanntschaft im realen Leben treffen wollen:

-    Gehe nur hin und bleibe nur dort, wenn du ein 100% gutes Gefühl hast. Wenn dir etwas komisch vorkommt, gehe nicht hin bzw. brich das Treffen ab.
-    Triff dich mit deinem Chatpartner an einem öffentlichen Ort.
-    Es gibt Menschen, die dir eine Droge ins Getränk schütten, die dich wehr- und erinnerungslos werden lässt. Lass dein Getränk nicht aus den Augen. Trinke aus, bevor du auf die Toilette gehst.
-    Lass dir vor dem Date die Telefonnummer deines Chatpartners geben und überprüfe sie. Wenn du ihn nicht erreichst, gehe besser nicht zu dem Treffen. Falls du SMS oder MMS von ihm erhältst, behalte sie auf deinem Handy. Lass dir ausserdem seinen Namen und seine Adresse geben. Wenn er das nicht will oder eine Ausrede vorbringt, sag das Treffen ab.
-    Teile alle Informationen über den Chatpartner und das Treffen einer Person mit, der du vertrauen kannst. Sag dieser Vertrauensperson auch, wann du wieder zu Hause bist oder sie anrufst. Am besten, du rufst sie eine Stunde nach dem Treffen an. Wenn du dich nicht wie abgemacht meldest, ruft deine Vertrauensperson die Polizei an und gibt ihnen alle Informationen.
-    Sag deinem Chatpartner, dass du einer anderen Person zur Sicherheit seine Daten weitergegeben hast.
 
 
Quelle: Treu, Luise (2009): Sexuelle Gewalt und Belästigung im Chatroom und im Instant Messanger. 

Video von watchyourweb.de

  
  



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