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Gesprächsleitfaden für Eltern und Erziehungsberechtigte

Gesprächsleitfaden für Eltern
Bei allen unseren Präventionsbotschaften geben wir den Eltern den Rat, sich für die Aktivitäten ihrer Kinder im Internet zu interessieren und das Gespräch mit ihren Kindern zu suchen.
Gerade wenn man sich nicht gut auskennt mit den neuen Medien, ist es nicht immer einfach, ein Gespräch mit den kleineren und grösseren Experten zu führen.


Solche Gespräche sind aber nicht nur wichtig, um eine vertrauensvolle Basis mit Ihrem Kind auch beim Thema Computer und Internet zu schaffen, sondern sie sind auch wichtig, um allfällige problematische Verhaltensweisen zu erkennen. Welche Spiele spielt Ihr Kind? Was gefällt dem Kind an seinem Lieblingsspiel so besonders? Mit wem chattet es täglich? Welche Fotos hat Ihr Kind auf Netlog oder einem anderen Anbieter aufgeschaltet und welche Daten gibt es von sich preis? Sie haben nicht nur das Recht, sondern die Pflicht zu wissen, was Ihr Kind am Computer macht.

Wir geben Ihnen im Folgenden einige Ideen, die Ihnen helfen sollen, mit Ihren Kindern über ihre Lieblingsbeschäftigungen im Internet zu reden und Ihr Kind für gewisse Gefahren im Internet zu sensibilisieren.

Entscheidungsbaum

Jugendliche in Sozialen Netzwerken ist ein ziemlich weitverzweigtes Problemfeld. Mitunter ist es schwer überhaupt in ein Thema einzusteigen. Da wir uns dessen bewusst sind, haben wir den nachstehenden Entscheidungsbaum kreiert. Er lenkt Sie mittels Fragen zu den für sie wichtigen Informationen. Haben Sie einmal ein für Sie wichtiges Thema gefunden so erhalten Sie dort auch die nötigen Informationen als PDF zum herunterladen. Selbstverständlich finden Sie alle Informationen auch sonst auf dieser Webseite. Klicken Sie auf das Bild und der Entscheidungsbaum wird gross gezoomt. Zur Webseite zurück gelangen sie mit ESC.


1. Allgemeine Tipps zur Datenverbreitung
Sie und Ihr Kind sollten generell ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass die Informationen im Internet einer speziellen Dynamik folgen. Es gelten vier Grundsätze:
-    Das Internet vergisst nichts.
-    Was einmal im Internet steht, kann sich schnell verbreiten.
-    Virtuelles ist real.
-    Im Internet ist man nicht immer nur „unter sich“.
Damit Ihr Kind diese Dynamik besser nachvollziehen kann, können Sie mit ihm zusammen einige „Übungen“ machen:

-    «Googeln» Sie Ihr Kind aus!
Geben Sie so viele Daten wie möglich (Name, Emailadresse, Handynummer, Nicknames, Angaben zur Schulklasse, etc.) Ihres Kindes bei Google oder einer anderen Suchmaschine wie www.123people.ch ein und schauen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, in welchen Kontexten die Daten Ihres Kindes überall vorkommen. Suchen Sie auch in den Bilddatenbanken.
Schauen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind die Resultate an und fragen Sie Ihr Kind:

-    Wäre es dir unangenehm, wenn du alle diese Informationen in einer Kinowerbung / am Anschlagbrett der Schule / in der Bravo / im 20 Minuten sehen würdest?
-    Was meinst du, was deine zukünftigen oder aktuellen Lehrmeister oder Lehrer und Lehrerinnen von dir denken, wenn sie diese Informationen sehen und lesen?
-    Was hält dein neuer Freund / deine neue Freundin wohl davon, Bilder von dir und deinem Ex / deiner Ex im Internet zu sehen?

Solche und ähnliche Fragen sollen Kindern und Jugendlichen bewusst machen, dass ihre Informationen womöglich verbreiteter sind als ihnen lieb ist und sie auch dann noch im Netz sein werden, wenn sie vielleicht nicht mehr zur jetzigen Form der Selbstdarstellung stehen können.

-    Stellen Sie die Informationen in einen neuen, peinlichen Kontext.
Texte und Bildmaterial, die im Internet frei zugänglich sind, können in der Regel problemlos kopiert, verfremdet, in einen anderen Kontext gestellt und gezielt verbreitet werden. Zeigen Sie Ihrem Kind diese Mechanismen auf. Wenn Sie sich dies technisch nicht zutrauen und auch keine Hilfe in der Nähe ist, machen Sie mit Ihrem Kind eine Collage: Nehmen Sie ein Foto Ihres Kinder und kleben Sie das Bild auf die Frontseite einer Tageszeitung in einen neuen Kontext. Je peinlicher der Kontext, desto besser!
Ihrem Kind sollte so klarer werden, dass die Informationen verfremdet werden können, dass man die Kontrolle im Internet über das eigene Bild- und Textmaterial verliert.
Es gibt Menschen, vor allem andere Jugendliche, die - vielleicht anfänglich aus Spass, aber durchaus auch in gemeiner Absicht- solche Peinlichkeiten herstellen. Und sind die Freunde von heute auch noch die Freunde von morgen?

Wir haben ein Spiel für Sie bereit gestellt, dass drei Mechanismen aufzeigt. Machen Sie mit Ihrem Kind ein Funfoto (siehe oben). Probieren Sie es auch selbst aus. Sie werden sicher ein «Aha»-Erlebnis haben!
2. Wirklichkeit ist, was wirkt.
Vor allem bei Kindern unter 16 Jahren sollten Sie wissen, welche Profile Ihr Kind von sich in den Internet-Communities präsentiert und wer darauf Zugriff hat. Nehmen Sie sich die Zeit und schauen Sie sich zusammen mit Ihrem Kind das Profil an und nehmen Sie dieses zum Anlass, um über die Wirkungen der Darstellungen zu sprechen. Versuchen Sie, nicht belehrend und verbietend aufzutreten, sondern nehmen Sie eine offene und interessierte Haltung an.

Es ist für die Elterngeneration nicht immer einfach nachzuvollziehen, dass die Selbstdarstellungen der Jugendlichen heutzutage anderen Mustern folgen als noch vor 30 oder 40 Jahren. Denken Sie aber auch daran, welche Vorbilder die Erwachsenenwelt den Jungen bietet - in der Gratiszeitung, im Kino, im TV oder von den Plakatwänden: Freizügige, sexy Models überall, schräge Typen auf Schockwirkung, kultivierte Schadenfreude in Pannenshows, Tabubrüche, wo immer möglich usw. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über diese Kunstwelten. Eine betrunkene Britney Spears im Bravo abgebildet zu sehen, ist das eine, einen Film Ihres betrunkenen Sohnes auf Youtube zu finden, das andere.
Kinder und Jugendliche müssen realisieren, dass die Kunstwelten, die sie von sich selbst produzieren, durchaus eine Realität haben. Britney Spears lebt von den Skandalen, die sie produziert, Ihr Kind verliert vielleicht eine Lehrstelle durch ein skandalöses Bild von sich im Internet, das dem Arbeitgeber in die Hände fällt oder ihm gar zugespielt worden ist.
Vor allem jüngeren Mädchen ist zudem oft gar nicht bewusst, welche Wirkungen sexy Darstellungen eigentlich haben. Sie eifern ihren Teenie-Idolen nach, haben aber noch keine Ahnung von der Bedeutung freizügiger Zeichen, die sie aussenden.
In solchen Fällen bleibt Ihnen nichts anders übrig, als zu freizügige Darstellungen zu verbieten und den jüngeren Kindern andere Vorschläge anzubieten. So können auch witzige und originelle Darstellungen gewählt werden, mit denen die Kinder die gewünschte Aufmerksamkeit erreichen, ohne erotisch zu wirken.
3. Wenn die virtuelle Welt die wichtigste Realität wird.
Für einige Kinder und Jugendliche ist das Internet so faszinierend, dass der Umgang mit Freunden und Freundinnen aus der realen Welt und die sonstigen Hobbys und Interessen an Bedeutung verlieren. Sie sind als Eltern verantwortlich dafür, dass der Umgang mit dem Internet nicht Überhand gewinnt und körperliche und soziale Aktivitäten noch gebührend gepflegt werden.

-    Grenzen setzten ist unerlässlich.
Folgende Tipps können Ihnen helfen, Struktur in den Alltag zu bringen:

-    Internet-Gutscheine: Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind zusammen die geltenden Regeln der Internetnutzung. Die Zeit, die Sie Ihrem Kind für Internetaktivitäten zugestehen, können in Form von Zeit-Gutscheinen abgegeben werden. Darf Ihr Kind beispielsweise eine Stunde pro Tag in einer Community chatten, so geben Sie ihrem Kind vier Viertelstundengutscheine, die es bei Bedarf bei Ihnen abgeben kann. Sind die Gutscheine aufgebraucht, wird der Computer abgestellt.
-    Virtuelle und reale Welten ins Gleichgewicht bringen: Schauen Sie, dass Ihr Kind neben den Aktivitäten im Internet auch draussen mit anderen spielt, Hobbys ausübt und reale Sozialkontakte pflegt. Möchte Ihr Kind mehr Zeit im Internet verbringen, können Sie dies auch an Bedingungen knüpfen: Ein neuer Tanzkurs, ein Sportlager besuchen oder ein Buch lesen als Voraussetzung, dass ein neues Spiel ausprobiert werden kann oder 10 Minuten länger gechattet werden darf pro Tag.


-    Virtuelle Freunde / echte Freunde?
In den Communities und Chatrooms geht es den Kindern und Jugendlichen oft darum, möglichst viele sogenannte Freunde zu haben. Nicht selten begegnet man Profilen, auf denen etwa zu lesen ist, dass eine Person mit Nickname „leila_mondschein“ 437 Freunde hat oder „Skaterboy007“ in Kontakt zu 398 anderen Profilen steht. Je mehr Freunde auf den Listen, desto wichtiger, begehrter, berühmter ist man. Lange Freundeslisten sind ein Statussymbol geworden unter den Jugendlichen.
Gehen die Kinder und Jugendlichen aber zu unkritisch vor bei der Akzeptanz von neuen Freunden, können sich auch Pädosexuelle in die Kontaktlisten einschleichen und Mobbing-Angriffe werden einfacher. Zudem sind die Informationen, auch wenn man sie denn nur den Freunden zugänglich macht, so gut wie öffentlich. So viele Freunde kann man gar nicht mehr wirklich kennen.
Reden Sie mit Ihrem Kind über seine Web-Kontakte und sprechen Sie dabei auch generell über Freundschaften. Was heisst für Ihr Kind „eine Freundschaft pflegen“? Was ist der Unterschied zwischen Freunden an der Schule und solchen, die man nur über das Internet kennt? Wie sicher kann man sein, dass die Dinge, die man über die Freunde aus dem Internet weiss, auch stimmen? Mit welchen Sorgen und Problemen wendet man sich an welche Freunde?

Machen Sie doch selbst ein Profil von sich in der Community, in der sich Ihr Kind befindet und schaffen Sie ein Profil, das Ihr Kind ansprechen könnte. Wenn es dann merkt, dass die eigene Mutter / der eigene Vater dahinter steckt, wird es vielleicht in Zukunft ein bisschen kritischer sein gegenüber neuen Kontakten.
4. Spielt Ihr Kind vor allem Games am Computer?
Lassen Sie sich von Ihrem Kind die Spiele zeigen, die es über Internet oder mit einer DVD spielt. Schauen Sie sich die Spiele an und versichern Sie sich, ob die Altersangaben dem Alter des Kindes entsprechen. Unter http://www.pegi.info/ch/ finden Sie Erklärungen zur Bedeutung der Symbole auf den DVD-Hüllen der Spiele und Angaben zu den Altersempfehlungen.
Zeigen Sie Interesse, Ihr Kind soll Ihnen erklären, wie das Spiel funktioniert und schlagen Sie vor, auch mitzuspielen.
Spielt das Kind mit virtuellen Freunden respektive Spielpartnern über Internet ein Onlinespiel? Fragen Sie Ihr Kind, welche Figuren (sogenannte Avatare) die anderen Spieler darstellen und was es über die Spielpartner und -partnerinnen weiss. Reden Sie über die Spielfigur Ihres Kindes: Warum hat es seine Figur so gestaltet und ausgerüstet? Was gefällt ihm an seinem Lieblingsspiel besonders?
Wenn Sie von Ihrem Kind erfahren haben, was ihm an den Spielen so gefällt, finden Sie vielleicht auch Aktivitäten in der realen Welt, die diesen Bedürfnissen entgegenkommen. Warum nicht ein Judo- oder Karatekurs, wenn sich Ihr Kind für Kampfsportarten interessiert? Oder einmal ein Fantasybuch lesen und nicht nur Fantasyfiguren in den Games spielen?
5. Hilfreiche Links
Es gibt viele Angebote für Kinder im Netz, seien dies Spiel- oder Chatanbieter, neue Communities oder auch Informationsseiten für Kinder.
Wir haben für Sie im Folgenden einige aus unserer Sicht hilfreiche und spannende Seiten ausgewählt, auf die Sie Ihre Kinder aufmerksam machen können. Die Angebote richten sich eher an jüngere Kinder.

-    Kommunikations-Angebote für Kinder
www.mail4kidz.de
drspirando.ch
www.fit4chat.ch
www.kinderchat.ch
www.spick.ch

-    Spiel-, Such- und Informationsseiten für Kinder
www.fragfinn.ch
www.safersurfing.ch
www.kinderonline.ch
www.handystar.ch
wireltern.eu
www.lilibiggs.ch
www.kinso.ch
www.spick.ch
ch.junior.de
www.kidscat.ch

-    Informationsseiten für Kinder
www.watchyourweb.de
www.educa.ch
www.feelok.ch
www.tschau.ch
www.jojo.ch
www.infoklick.ch
www.schoolnet.ch
www.zebis.ch


Interessante Seiten für Sie!
-    www.pegi.info/de: Das europaweite System PEGI (Pan-European Game Information) zur Vergabe von Altersempfehlungen wurde eingeführt, um Eltern in Europa beim Kauf von Computerspielen wichtige Informationen zur Hand zu geben.
-    www.stopp-kinderpornografie.ch: Nationale Kampagne gegen Pädokriminalität der Schweizerischen Kriminalprävention mit vielen nützlichen Informationen und Materialien.
-    www.schau-hin.ch: Das Schweizer Bündnis gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen hat zum Ziel, die Kinder in der Schweiz vor sexueller Gewalt und Ausbeutung zu schützen. Die Seite bietet Beratung und viele nützliche Informationen.
-    www.salfeld.de: Auf dieser Seite finden Sie geprüfte Kindersicherungen und weitere Informationen im Bereich PC-Sicherheit.
-    familienseiten.liliput.ch: Die Schweizer Familien Website für Eltern mit Forum - Bei 4Family werden Fragen zu Partnerschaft, Familie und Erziehung beantwortet.
-    www.familienplattform.ch: Die Seite vom Schweizerischen Arbeitgeberverband, Pro Familia und Pro juventute will mit der familienpolitischen Plattform die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern und Informationen und Hilfe anbieten.
-    www.elternet.ch: Viele Unterstützungsangebote für Eltern in der Medienerziehung.
-    www.kindeswohl.ch Informative Webseiten als Online-Treffpunkt, der Frauen und Männern eine neutrale Plattform bietet für den Informations- und Gedankenaustausch unter Menschen mit Erziehungsfragen.



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