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Beschaffungskriminalität

Beschaffungskriminalität

Abhängige brauchen «Stoff» und entsprechend Geld, vor allem bei einer Abhängigkeit von Drogen wie Heroin oder Kokain. Dies sind Drogen mit sehr grossem Suchtpotential. Wer süchtig geworden ist, gerät dann schnell in finanzielle Engpässe, denn mit dem wachsenden Konsumdruck nimmt umgekehrt die Fähigkeit ab, ein geregeltes Erwerbsleben zu führen. So beginnen Betroffene typischerweise damit, sich in ihrem Umfeld Geld zu leihen oder zu stehlen – anfänglich durchaus mit dem Vorsatz, es irgendwann wieder zurückzuzahlen. Wenn diese Quellen versiegen, führt der Weg dann häufig in die Prostitution (die ihrerseits hohe gesundheitliche Risiken birgt) oder in die Kriminalität (zu Raub, Diebstahl oder – wie im Beispiel unten – in den Drogenhandel selbst).

Was geschieht, wenn...? Mit Drogen handeln
Petra, 20, hat vor zwei Jahren auf einer Party Kokain ausprobiert und seitdem regelmässig konsumiert. Vor ein paar Monaten hat sie zum ersten Mal Heroin gespritzt und ist sehr schnell abhängig geworden. Heute dreht sich ihr ganzes Leben um diese Droge. Da ihre finanziellen Ressourcen jedoch inzwischen aufgebraucht sind und auch in ihrem Freundeskreis niemand mehr bereit ist, ihr Geld zu leihen, hat sie mit ihrem Dealer abgemacht, dass sie für ihn weiterverkauft und als Gegenleistung genug «Stoff» für sich selbst erhält. Das geht auch eine Zeitlang gut, doch den grössten Umsatz macht sie an Orten, die auch der Polizei bekannt sind, und so wird sie eines Tages auf frischer Tat ertappt und festgenommen. Die Polizei überweist die Anzeige an das zuständige Gericht; dieses wird wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz ein Urteil fällen.
Was kann ich tun?
Manchmal merken auch die engsten Freunde und Verwandten erst sehr spät, dass jemand in den Teufelskreis der Beschaffungskriminalität geraten ist. Seien Sie wachsam, vor allem, wenn plötzlich Geld und Wertsachen verschwinden oder Ihre Kinder sonst erkennbar erhöhten Geldbedarf haben. Wenn Sie Anhaltspunkte oder sogar Gewissheit haben, dass Ihr Sohn/Ihre Tochter drogenabhängig geworden ist, wenden Sie sich an eine Beratungsstelle. Alle Adressen zum Thema Drogen.
Erstellt am: 07.09.2010 | Geändert am: 21.08.2015

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