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Verstösse gegen das Strassenverkehrsgesetz

Verstösse gegen das Strassenverkehrsgesetz

Das Strassenverkehrsgesetz (SVG) bestimmt: «Wer wegen Alkohol-, Betäubungsmittel- oder Arzneimitteleinfluss oder aus anderen Gründen nicht über die erforderliche körperliche oder geistige Leistungsfähigkeit verfügt, gilt während dieser Zeit als fahruntüchtig und darf kein Fahrzeug führen.»  (Artikel 31, Absatz 2) Wer dagegen verstösst, macht sich nach SVG, Artikel 91 strafbar. Das gilt nicht nur für das Lenken von Autos, sondern auch für das Lenken von Motorrädern, Motorrollern oder sogar Velos.

Seit einigen Jahren darf die Polizei Alkoholtests auch ohne Anfangsverdacht durchführen. Für die Anordnung von Tests auf Betäubungsmittel hingegen, die Grundlage für eine Bestrafung sein können, braucht sie einen Verdacht. Dafür reicht es allerdings, wenn es zum Beispiel im Auto nach Cannabis riecht oder der Fahrer/die Fahrerin gerötete Augen beziehungsweise geweitete Pupillen hat.

Wer mit einer Blutalkoholkonzentration von 0,5 bis 0,79 Promille ein Motorfahrzeug lenkt, begeht eine sogenannte «leichte Widerhandlung», die mit einer Busse geahndet wird. Ab 0,8 Promille sowie unter Betäubungsmittel-, respektive Arzneimitteleinfluss, ist die Widerhandlung schwer. Neben einer Geldstrafe von mindestens 1000 CHF oder sogar einer Freiheitsstrafe, wird der Führerschein für mindestens drei Monate entzogen. Die Höhe der Strafe hängt vom Schweregrad des aktuellen Verschuldens und von allfälligen früheren Widerhandlungen ab. Zusammen mit den Labor- und Gerichtskosten können so ohne weiteres einige tausend Franken zusammenkommen. Wenn es zu einem Unfall und sogar zu Personenschäden kommt, gibt es zahlreiche weitere Konsequenzen, und es können Kosten im fünf- und sechsstelligen Bereich entstehen. Solche Schulden können einen Menschen ein Leben lang begleiten, die moralische Schuld wiegt derweilen noch schwerer!

Der Cannabis-Wirkstoff THC kann im Blut von Gelegenheitskonsumierenden in der Regel noch bis zu 12 Stunden nach Konsum nachgewiesen werden. Auch kleinste Mengen gelten im Strassenverkehr bereits als Einfluss, der zu Fahruntüchtigkeit führt. Bei regelmässigem Konsum kann THC noch Tage bis Wochen später nachgewiesen werden, und da bei chronischem Cannabis-Konsum Verdacht auf eine Suchterkrankung besteht, kann hier – bei Nachweis durch eine ärztliche Untersuchung – der Führerschein auf unbestimmte Zeit entzogen werden. Das gilt natürlich auch für Alkohol- und sonstige Drogen- und Arzneimitttelabhängigkeiten. Man spricht dann von einem Sicherungsentzug.

Was geschieht, wenn...? Kiffen und Strassenverkehr
Jonas, 16, Lehrling, hat einen Joint geraucht. Nach einigen Stunden fühlt er sich vollkommen nüchtern und fährt mit seinem Motorroller nach Hause. Da er seinen Roller ein bisschen frisiert hat, fährt er schneller als erlaubt und gerät prompt in eine Polizeikontrolle. Beim Gespräch fällt den Beamten auf, dass Jonas gerötete Augen und einen trockenen Mund hat. Sie haben den Verdacht, dass er unter Cannabiseinfluss steht. Ein Drogenschnelltest fällt positiv aus. Obwohl Jonas beteuert, dass er völlig nüchtern sei, muss er zur Blutentnahme. Dabei stellt sich heraus, dass er auch fünf Stunden nach dem Joint noch THC (Tetrahydrocannabinol (THC) bezeichnet den psychoaktiven Wirkstoff der Cannabispflanze.) im Blut hat. Jonas muss eine Busse sowie die Untersuchungs- und Administrativkosten zahlen – seine ersten zwei Lehrlingslöhne sind dahin. Das zuständige Strassenverkehrsamt kann ihm zudem den Führerausweis für eine gewisse Zeit entziehen oder ihm Auflagen machen (z.B. Sperrfrist für das Erlangen einer weiteren Führerausweiskategorie).
Was geschieht, wenn...? Autounfall unter Alkoholeinfluss
Rachel, 19, hat ihren Führerschein noch nicht lange. An einem Samstagabend im Ausgang nimmt sie ein paar Drinks und fährt anschliessend mit dem Auto nach Hause, weil sie sich noch recht nüchtern fühlt und der Weg nicht weit ist. Doch an einer Kreuzung bemerkt sie zu spät, dass der Wagen vor ihr bremst. Es kommt zur Kollision, und die Fahrerin des anderen Wagens erleidet ein Schleudertrauma. Das Urteil lautet auf fahrlässige schwere Körperverletzung und grobe Verletzung der Verkehrsregeln durch das Führen eines Motorfahrzeugs unter Einfluss von Alkohol. Neben Ausweisentzug, der Busse, den Gerichtskosten und den Aufwendungen für Laboruntersuchungen müssen fehlbare Verkehrsteilnehmende bei einem Unfall weitere, unter Umständen sehr hohe Rechnungen zahlen, denn die Versicherer können von ihnen eine Kostenbeteiligung einfordern (Regress). Kommen bei einem Unfall Personen zu Schaden, gilt: Je höher das Einkommen und der Invaliditätsgrad der Verunfallten, desto höher wird auch die Schadensumme und damit der so genannte Regress auf die alkoholisierte Verursacherin oder den Verursacher. Dabei sind sehr schnell Zahlungen in Höhe von 100 000 CHF und mehr fällig.
Was kann ich tun?
Wer unter – auch nur geringem – Drogeneinfluss mit einem Fahrzeug unterwegs ist, bringt sich und andere in Gefahr! Durch die drogenbedingte Veränderung der Wahrnehmung kann eine einzige minimale Reaktionsverzögerung zu schlimmsten Personenschäden und damit auch zum emotionalen und finanziellen Ruin aller Beteiligten führen. Besprechen Sie mit Ihren Kindern das oben beschriebene Beispiel und die möglichen Konsequenzen eines leichtsinnigen Verhaltens. Wenn Ihre Kinder Cannabis konsumieren, betonen Sie die Gefahr eines Sicherungsentzugs und die möglicherweise lebenslangen Konsequenzen moralischer und finanzieller Schulden! Wer keinen Führerschein hat, ist auch im Berufsleben oft benachteiligt, denn viele Jobs erfordern Mobilität. Und den Führerschein wiederzuerlangen, ist ein schwieriger und langwieriger Prozess.
Erstellt am: 07.09.2010 | Geändert am: 21.08.2015

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