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Pädosexualität

Pädosexualität

Was ist Pädosexualität?

Menschen, die von Kindern sexuell erregt werden, nennt man Pädosexuelle oder auch Personen mit einer pädosexuellen Disposition. Die Art und Weise, wie sich diese Disposition ausdrückt, ist ganz verschieden. Die Erregung kann in der reinen Fantasie ausgelebt werden. Sie kann durch den Konsum von Kinderpornografie gesucht werden. Viele sind sich ihrer sexuellen Disposition nicht bewusst oder haben sich im Griff. Nur ein kleiner Teil dieser Menschen lebt die Pädosexualität aus und begeht eine Sexualstraftat mit einem Kind oder Jugendlichen im Schutzalter. Die Mehrzahl solcher Menschen mit pädosexueller Disposition sind Männer. Es gibt aber auch eine Minderheit von Frauen. Pädosexuelle Personen gibt es in allen Bildungsschichten und sozialen Gruppen.

Kann man davon ausgehen, dass ein Mann, der Kinderpornos anschaut, auch Kinder missbraucht?

Personen, die sich strafbar machen, weil sie Kinderpornografie konsumieren, und Straftäter, die sich an Kindern und Jugendlichen vergehen, sind nicht gleich zu setzen. Therapeuten, die mit diesen beiden Gruppen von Menschen arbeiten, stellen aber Zusammenhänge fest. Dabei wirkt das Internet als ein Beschleuniger. Erstens treffen pädosexuelle Menschen im weltweiten Netz auf Gleichgesinnte. Sie tauschen mit diesen ihre Fantasien aus. So wird ihre moralische Hemmschwelle geschwächt. Sie beschäftigen sich immer konkreter mit der Möglichkeit eines wirklichen sexuellen Übergriffs. Zweitens können sie dank dem unerschöpflichen Angebot an Kinderpornografie ihre Fantasien ständig nähren. Ohne es zu merken, werden sie süchtig. Sie wollen immer mehr, immer extremere Bilder sehen. Irgendwann wird ein stärkerer Reiz als ein Bild gesucht und es kommt zum Übergriff auf ein Kind.

Welches sind die Motive für Sexualverbrechen an Kindern?

Unter den Personen, die Sexualstraftaten mit Kindern und Jugendlichen begehen, gibt es verschiedene Typen:
  • Pädophile: Diese Menschen sind aufgrund ihrer seelischen Entwicklung nicht in der Lage, eine Liebesbeziehung mit einer erwachsenen Person einzugehen. Sie fühlen sich emotional am meisten von Kindern verstanden.
  • Gelegenheitstäter: Eine andere Gruppe begeht die Delikte im Zusammenhang mit Lebenskrisen, Misserfolgen, Suchtproblemen.
  • Erlebnisorientierte Täter: Diese Männer verbinden mit ihrer Sexualität eine unheimliche Erlebnissucht und schliessen dabei Sex mit Kindern nicht aus.
  • Sadistische, gewalttätige Sexualstraftäter: Diesen Tätern geht es nicht um ein sexuelles Erlebnis. Sie wollen ein Opfer demütigen und ihm Schmerzen zufügen.


Pädophile
Pädophile können selber auch gut mit Kindern umgehen. Diese enge Beziehung zu Kindern wird von einer regelrechten Verliebtheit angetrieben. Das Kind wird zur erwünschten Partnerin, zum Partner, mit dem man immer Zusammensein möchte. Der Pädophile möchte mit diesem Kind Nähe und Zärtlichkeit teilen und Sexualität erleben. Pädophile benötigen eine therapeutische Begleitung. Dort müssen sie lernen, ihren Drang nach einem kindlichen Partner so zu leben, dass es zu keiner Straftat kommt. Das bedeutet: Hände weg von Kindern im Schutzalter! Es geht vor allem darum, dass sie gefährdende Situationen aus ihrem Leben verbannen können.
Gelegenheitstäter
Das Selbstwertgefühl der Gelegenheitstäter ist geschwächt und ihre Möglichkeit, gleichaltrige Sexualpartner zu finden, reduziert. In dieser Situation suchen sie Stärke durch den sexuellen Übergriff auf ein Kind. Oft aus dem eigenen Lebensumkreis, der Familie, einer Freizeitinstitution.
Erlebnisorientierte Täter
In der heutigen Zeit, wo Sexualität eine Erlebniswelt geworden ist, ist für pädosexuell disponierte Männer die Möglichkeit von Sex mit Kindern eine grosse Verlockung. «Ich will doch alles mal ausprobieren! Wie ist es wohl, wenn ich diese oder jene Variante von Sex habe?» Solche Gedanken bewegen Männer, die mit ihrer Sexualität sozusagen ‚durch dick und dünn’ gehen. Aus dieser Gruppe stammen die vielen Sextouristen, die eine solche Straftat in einem Land begehen wollen, wo Kinder nicht so geschützt sind wie bei uns. Doch suchen derart motivierte Täter auch hier Kinder und Jugendliche, z.B. in Chatforen.
Sadistische, gewalttätige Sexualstraftäter
Die Art, wie diese Menschen ihre Opfer misshandeln, löst Entsetzen und Angst aus. Solche Verbrechen finden in den Medien starke Beachtung, die Empörung ist zu Recht gross. Natürlich sind auch solche Täter im Internet. Doch machen sie nicht die Mehrzahl der Sexualstraftäter an Kindern und Jugendlichen aus. Es gibt keine zusätzlichen Schutzmöglichkeiten gegen diese schweren Sexualstraftäter.
Erstellt am: 07.09.2010 | Geändert am: 30.09.2015

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