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Keine Angst vor Zivilcourage!

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Warum ist es eigentlich so schwer, Zivilcourage zu zeigen? Was hindert die Menschen daran, zivilcouragiert zu handeln?
Ein Grund ist sicher, dass sich etliche Situationen, bei denen Zivilcourage wünschenswert wäre, in einer rechtlichen Grauzone befinden. Eine klare Grenze zu ziehen («Das goht zwiit! Jetzt langt’s!»), trauen sich viele Menschen einfach nicht zu. Aber auch wenn die Situation eindeutig und voller Gewalt ist, also z. B. wenn jemand wehrlos am Boden liegt und weiterhin brutal getreten wird, sind die herumstehenden Menschen oft nicht imstande einzugreifen. 

Sozialpsychologinnen und -psychologen haben versucht herauszufinden, woran das liegt, und nennen vor allem vier Gründe für dieses Nicht-Handeln:

Pluralistische Ignoranz

Dieser Begriff bezeichnet das Phänomen, dass Menschen, die zu einer Gruppe hinzukommen, das (passive) Verhalten dieser Gruppe zumeist als begründet interpretieren und sich deshalb diesem Verhalten anpassen, auch wenn sie den Sachverhalt, um den es geht, selbst vielleicht anders einschätzen würden.
Im Extremfall kann es also sein, dass zwanzig Personen am Strand zuschauen, wie jemand im Meer ertrinkt, weil jeder einzelne glaubt, alle anderen hätten einen guten Grund, nicht zu helfen. Sie gehen zum Beispiel ohne nachzufragen davon aus, dass die Strömung dort so gefährlich ist, dass man die Person nicht (mehr) retten kann, obwohl niemand das behauptet hat.
Man hat feststellen können, dass allein die Anwesenheit mehrerer Zuschauer die Wahrscheinlichkeit von Hilfeleistungen in einer Notsituation erheblich senken kann. Je weniger Leute also am Strand anwesend sind, desto besser für den Ertrinkenden!

Verantwortungsdiffusion
Wenn wir Teil einer Menschenmenge werden, gewollt oder ungewollt, so tendieren wir dazu, die Verantwortung für unser eigenes Handeln schwächer zu empfinden und gewissermassen auf alle anderen zu übertragen. Dies passiert vor allem in Situationen, wo wir eine eindeutig uns persönlich zugewiesene Verantwortlichkeit nicht erkennen können. Wir machen dann einfach, was die Masse macht, und setzen voraus, dass die Masse schon wissen wird, was zu tun ist. Verantwortungsdiffusion und pluralistische Ignoranz sorgen leider oft dafür, dem anfänglichen Aufmerksamwerden und Hingucken, die spontane erste Reaktion sein muss, bevor man handeln kann, ein allgemeines Gaffen wird und es zum nächsten Schritt, dem helfenden Eingreifen, gar nicht mehr kommt.
Angst vor Blamage
Der Schritt eines Individuums aus der Masse heraus erscheint vielen Menschen wie der Schritt auf eine Bühne, und deshalb glauben sie, ihn nicht tun zu können. Viele Menschen haben Angst davor, sich zu exponieren, sie möchten lieber im Hintergrund bleiben, ja nicht auffallen. Sie fürchten, sich zu blamieren, indem sie die Situation vielleicht doch falsch einschätzen oder am Ende nicht bewältigen können, und dann dafür ausgelacht werden – so wie der junge Mann aus dem Film sich zunächst dem Hohn und Spott der Stammtischrunde ausgesetzt sieht.

Angst um Leib und Leben


Vor allem bei Prügeleien gehen viele Menschen nicht dazwischen, weil sie Angst haben, selbst zum Opfer körperlicher Gewalt zu werden. Das ist verständlich. Dass sie aber einfach weitergehen, als hätten sie nichts gesehen, anstatt sofort die Polizei zu rufen, und nicht in der Nähe bleiben, um dem Opfer zu helfen, wenn die Täter bereits verschwunden sind, ist weniger nachvollziehbar.

Erstellt am: 07.09.2010 | Geändert am: 21.08.2015


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