Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen), Zur Suche, Zur Sprachauswahl, Zu wichtigen Links, Zu zusätzlicher Information (Inhalt überspringen) Zur Hauptnavigation,

A A A

Statistische Daten zum Menschenhandel

Die hier verwendeten Daten basieren auf der Opferhilfestatistik des Bundes der Jahre 2010 und 2011. Die kantonalen Opferhilfestellen erfassen die ihnen zugetragenen Fälle und melden sie der zuständigen Bundesbehörde für Statistik. Gestützt auf die niedrige Zahl der Opfer und um die Repräsentativität der Statistik zu erhöhen, werden die Daten der Betroffenen, die sich an die Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ) gewendet haben, ebenfalls berücksichtigt. Dies könnte gegebenenfalls bewirken, dass einige Opfer doppelt in den Statistiken aufgeführt sind. Zum Jahr 2011 sind keine Angaben bezüglich des FIZ vorhanden. Es werden nur jene Fälle berücksichtigt, die von den Mitarbeitenden der kantonalen Opferhilfestellen als Opfer von Menschenhandel gemäss Artikel 182 StGB eingestuft wurden.

Schwierigkeiten beim Erfassen des Ausmasses
Es ist nicht möglich genaue Angaben zur Anzahl der Opfer von Menschenhändler die sich zurzeit in der Schweiz aufhalten, zu machen. Dies liegt vor allem daran, dass Menschenhändler im Untergrund agieren und sich Mühe geben, ihre Machenschaften zu tarnen. Es lassen sich jedoch auch weitere Gründe aufzählen:

  • Dunkelziffer: Als Dunkelziffer wird die Anzahl jener Verbrechen verstanden, die nicht in die Statistiken aufgenommen werden können. Man kann beim Menschenhandel von einer überdurchschnittlich hohen Dunkelziffer ausgehen. Angst vor Repressalien der Täter, mangelndes Vertrauen in die Behörden sowie starke Abhängigkeit vom Täter sind nur einige Gründe, wieso die Opfer selten eine Beratungsstelle oder die Polizei aufsuchen.

  •  Aufdeckungsrate: Die Anzahl der aufgedeckten Fälle variiert je nach finanziellen Mitteln, die ein Kanton bereit ist aufzubringen, um die Qualität und Quantität der polizeilichen Ermittlungen sicherzustellen. Auch die Priorität, welche die Politik der Bekämpfung des Menschenhandels einräumt, wirkt sich auf die
    Aufklärungsrate aus.

Ausmass des Menschenhandels

Dennoch werden von internationalen Organisationen sowie nationalen Behörden mehr oder weniger regelässig Hochrechnungen präsentiert. Die am häufigsten wiedergegebene Schätzung, ist jene der internationalen Arbeitsorganisation (IOL). Sie geht davon aus, dass weltweit etwa 2,4 Millionen Menschen Opfer von Menschenhandel sind. Diese Schätzung gilt für Menschenhandel innerhalb und ausserhalb der Landesgrenzen. Die Europäische Kommission und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bemessen die Zahl der Frauen, welche jährlich von Ost- und Mitteleuropa nach Westeuropa transferiert werden, auf schätzungsweise 120`000 bis 500`000. Mehrheitlich arbeiten diese Frauen im Erotikgewerbe.

Angaben zum Opfer

In den Jahren 2010 und 2011 wendeten sich insgesamt 234 Personen an die Beratungsstellen für Opfer von Menschenhandel. Wobei weniger als 4% der Betroffenen männlich sind. Die Mehrheit der Opfer ist jung. Etwa 62% der erfassten Personen sind zwischen 18 und 29 Jahre alt. Nur eine Person, die bei einer Beratungsstelle Hilfe suchte, war älter als 64, und zwei Personen unter zehn Jahren wurden registriert. Genaue Daten über die Herkunftsländer sind nicht bekannt. Es kann jedoch festgehalten werden, dass die vom Menschenhandel betroffenen Opfer in der Schweiz zumeist aus Ländern in Europa stammen. Die Annahme liegt nahe, dass sie mehrheitlich aus dem Osten Europas in die Schweiz gebracht wurden.











Grafik 2: Alter der Opfer (N=234)











Grafik 3: Herkunftsregion der Opfer (N=234)

Angaben zum Täter

Bezüglich der in Menschenhandel verwickelten Täter ermöglichen die gesammelten Daten, Auskunft über drei Merkmale zu geben. Einerseits identifizierte das Opfer das Geschlecht seines Gegenübers. Anderseits versucht das Opfer, die Anzahl der Täter zu identifizieren und zuletzt wurde das Opfer über seine Beziehung zum Täter befragt.












Grafik 4: Geschlecht der Täter (N=313)












Grafik 5: Anzahl der Täter (N=237)

Über 60% der in Menschenhandel verwickelten Täter wurden als männlich identifiziert. Da viele Opfer von mehreren Tätern sprechen, identifizierten sie sowohl männliche als auch weibliche Täter. Somit erklärt sich, wieso die Gesamtzahl der betrachteten Täter (N=313) höher ist als die Anzahl der beratenen Personen (N=234). Der in der Schweiz agierende Menschenhändler scheint dies nur in wenigen Fällen alleine zu tun. 62% der Opfer bestätigen mehr als einen Täter identifiziert zu haben. Die beschriebenen Opfer-Täter-Beziehungen legen nahe, dass es sich nur in sehr seltenen Fällen um eine anonyme Entführung handeln kann. In etwa 94% der aufgeführten Fälle bestätigt das Opfer, den Täter bereits vor der Tat gekannt zu haben. In über 21% der Fälle handelt es sich beim Täter um ein Mitglied der Familie.












Grafik 6: Beziehung zwischen Opfer und Täter (N=234)

Angaben zur Form des Menschenhandels

Da in der Schweiz keine Angaben zur Art der Ausbeutung zur Verfügung stehen, basiert diese Grafik auf dem UN-Bericht zum Thema Menschenhandel aus dem Jahr 2012. Die Informationen erhielt das UNODC zumeist von staatlichen Institutionen, aber auch von internationalen staatlichen und nicht staatlichen Organisationen.

Im Jahre 2010 konnten zu 9‘000 Opfern aus 65 Ländern Angaben zur Form des Menschenhandels gemacht werden. Aus der Analyse dieser Daten konnte festgestellt werden, dass Menschenhandel zwecks sexueller Ausbeute mit beinahe 60% die häufigste Form des Menschenhandels ist. Um Menschenhandel zwecks Organentnahme handelte es sich in 0.2% der aufgezeichneten Verbrechen und ist daher ein eher seltenes Phänomen.












Grafik 7: Form des Menschenhandels (N=9'000)

Entwicklung in der Schweiz

Da es keine zuverlässigen Angaben zum Ausmass des Menschenhandels gibt, kann auch keine klare Entwicklung anhand von steigenden oder sinkenden Zahlen ausgemacht werden. Eine positive Entwicklung die es jedoch hervorzuheben gilt, ist die steigende Anzeigebereitschaft der Opfer von Menschenhandel. Die Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ) vermeldet nicht nur eine stetige Zunahme der Anzahl der betreuten Opfer sondern auch einen grösseren Prozentsatz an sogenannten Langzeitklientinnen. Diese Frauen bleiben auf Grund der Verfahren gegen ihre Täter für längere Zeit in der Schweiz.

Seit dem Jahr 2009 wird der Menschenhandel in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) aufgeführt. Während in den Jahren 2009-2011 immer um die 50 Straftaten registriert wurden, stieg die Zahl im Jahr 2012 auf beinahe 80 registrierte Fälle an. Ob es sich hierbei um eine effektive Zunahme des Menschenhandels in der Schweiz handelt oder ob die Bekämpfung des Menschenhandels effizienter geworden ist, ist nicht erkennbar.

Erstellt am: 07.09.2010 | Geändert am: 21.08.2015

Newsblog

FAQ

FAQ zum Thema «Jugendgewalt».

Wie gross ist der Anteil der Intensivtäter am Gesamtteil der Jugendkriminalität?
Hat die Gewaltbereitschaft zugenommen?
Hat die Gewalt unter Jugendlichen in den vergangenen 10 Jahren zugenommen?
Was ist unter Hell- und Dunkelfeld (der Kriminalität) zu verstehen?
Kann man in den nächsten Jahren mit einer Vereinheitlichung der Erfassungssysteme rechnen?
Warum nutzen Justiz und Polizei unterschiedliche Systeme der Erfassung?
Auf Grund von welchem Präventionsverständnis wird dieser Massnahmenplan realisiert?
Welche Themen werden im Massnahmenplan berücksichtigt? Die Gründe für Jugendgewalt sind ja sehr vielschichtig.
Sind Jugendliche mit Migrationshintergrund gewaltbereiter als Jugendliche mit einem Schweizer Hintergrund?
Wo liegt das Hauptgewicht bei den Präventionsmassnahmen der Polizeikorps?
Was versteht die SKP unter Jugendgewalt?
Wer ist für die Prävention der Jugendkriminalität eigentlich zuständig? Der Bund? Die Kantone? Die Gemeinden?
Wo liegt das Schwergewicht bei der Prävention von Jugendgewalt? Bei der Repression? Bei der Prävention?
Welche Rolle hat die Polizei bis anhin in Bezug auf Jugendgewalt wahrgenommen?
Welche Rolle hat die Polizei bei der Prävention von Jugendgewalt zu erfüllen?
Die Grundlagen für die polizeiliche Präventionsarbeit sind gesamtschweizerisch nicht einheitlich. Was unternimmt die SKP dagegen? Was kann sie überhaupt tun?
Auf Grund welcher Entscheidungen wird mit der Realisierung des Massnahmenplans begonnen?
Wer garantiert die fachliche Qualität der Arbeit?
Mit welchen nationalen Organisationen/Institution arbeitet die SKP zusammen?
Warum nimmt sich die SKP in diesem Jahr dem Thema Jugend und Gewalt an? Das Phänomen ist doch nicht neu.
Wird der Massnahmenplan in Absprache mit den kantonalen und städtischen Polizeikorps realisiert?

Downloads

Adressen



Abonnieren

Twitter

Facebook

Top Adressen

Top 10 häufig gestellte Fragen

Top 10 Downloads



Thumbnail Screenshots by Thumbshots